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Aktuelle Buchtipps


Montessori - das Richtige für mein Kind? - Ein Orientierungsbuch


von Ingeborg Müller-Hohagen und Dr. Jürgen Müller-Hohagen, erschienen im Kösel-Verlag
(Das Buch ist bei uns zum Unkostenbeitrag von 5 EUR erhältlich - gegen Abholung)

Mit Montessori bestens gerüstet für das Leben
Wie sieht der Alltag in Montessori-Schulen aus und worin liegt ihr Erfolgsgeheimnis? Charakteristische Merkmale wie altersgemischte Klassen, Frei- und Teamarbeit sowie Förderung der Eigenmotivation ermöglichen nicht nur eine Schule ohne Druck und Angst. Zugleich bereiten sie auch optimal auf die Anforderungen des modernen Berufslebens vor.

Autorenporträt
Ingeborg Müller-Hohagen war neun Jahre lang Rektorin einer Montessori-Volksschule. Sie ist Referentin der Montessori-Bildungsakademie (MoBil) und Mitglied im Vorstand des Montessori-Landesverbands Bayern.
Dr. Jürgen Müller-Hohagen ist Diplom-Psychologe und Psychotherapeut und leitet seit 1986 eine Erziehungs- und Beratungsstelle in München. Zusammen mit seiner Frau lebt er in Dachau.

Ein Blick ins Buch - Inhaltsverzeichnis
• Einleitung
• »Das hier soll eine Schule sein?«
• Schule ohne Noten 
• Schule ohne Hausaufgaben
• Altersgemischte Klassen
• Lernen ohne Druck und Angst
• Wer war Maria Montessori? 
• Das Kind als Baumeister des Menschen
• Beobachten – die große Kunst des Loslassens
• Die innere Haltung des Erwachsenen
• Freiarbeit und Vorbereitete Umgebung
• Faszination Montessori-Material
• Stille in einer lauten Zeit
• Die Arbeit des Kindes
• Kosmische Erziehung
• Erziehung zum Frieden
• Begabungen
• Der kreative Prozess
• Leistung und Montessori-Pädagogik
• Montessori und die neuere Hirnforschung
• Motivation oder: Vom eigenen Willen des Menschen
• Das »abwegige« Kind
• »Da habe ich einen Fehler gemacht«
• Freiheit, Bindung, Grenzen
• Beziehung ist das ganze Leben
• Kooperation Schule – Elternhaus
• Mit Konflikten leben
• Pubertät – in das Leben hineinwachsen
• Wege in die Berufswelt
• Auf und davon – Stimmen ehemaliger Schülerinnen und Schüler
• Faszination Montessori: Wege für unsere Kinder
• Anhang: Adressen, Anmerkungen , Literatur , Die Autoren 

BLICK ins Buch - EINLEITUNG

Viele  Eltern  machen  sich  heute  große  Sorgen  um  die Zukunft  ihrer  Kinder.  Die  Lebensverhältnisse  sind  so unübersichtlich,  der  Arbeitsmarkt  ist  schwer  überschaubar, die mit dem Wort »Globalisierung« bezeichneten weltweiten Veränderungsprozesse wecken Angst.

So fragen sich viele Eltern: Wie kann unser Kind da nur bestehen, wie kann es glücklich sein, was braucht es für
ein Leben, das sich erfolgreich nennen lässt? Und da sich in den Jahren zwischen Kindergarten-zeit  und  Berufsausbildung  sehr  viel  entscheidet,  stellt  sich die zentrale Frage: Welche Schule ist am besten für mein Kind? Und in dem Zusammenhang: Ist Montessori vielleicht das Richtige?

Diese Frage versuchen wir von Anfang bis Ende des Buches für Sie zu beantworten. Sie ist unsere Leitlinie.
Wo viel Unsicherheit und Angst herrschen, verengt sich leicht der Blick, und es werden schnelle Lösungen
gesucht und gutgläubig Heilsversprechungen geglaubt. Gerade das möchten wir hier nicht anbieten. Vielmehr
laden  wir  ein  zum  ruhigen  Kennenlernen  eines  bestimmten  pädagogischen  Konzepts,  das  eine  von  ver-
schiedenen   Alternativen   darstellt   zum   staatlichen Schulsystem. Wir möchten zeigen, was an Montessori-
Schulen  vor  sich  geht,  im  Unterricht,  in  der  Elternarbeit,  in  der  Organisation,  in  der  Ausrichtung  auf 
gesellschaftliche   Fragen   und   den   Perspektiven   zur Arbeitswelt.

Was ist das Besondere an dem, was Maria Montessori herausgefunden und praktiziert hat? Was ist das Faszi-
nierende an dieser Pädagogik? Und wie sieht die heutige Einleitung, die Wirklichkeit  an  Montessori-Schulen  aus,  mittlerweile immerhin  ein  Jahrhundert  nach  den  ersten  bahnbrechenden Vorstößen der italienischen Ärztin und Reformpädagogin?  Wie  passen  deren  Konzepte  mit  den  aktuellen Anforderungen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft zusammen? Worin liegt das Geheimnis des Erfolges, den Montessori-Schulen heute haben?
Seit  Jahrzehnten  und  immer  noch  zunehmend  erfreuen  sie  sich  eines  enormen  Interesses.  In  manchen 
Ländern, insbesondere in Skandinavien, ist diese Pädagogik  tief  in  das  öffentliche  Schulsystem  eingeflossen
und  hat  dazu  beigetragen,  es  grundlegend  umzugestalten.  Anderswo,  so  auch  überwiegend  in  Deutsch-
land, bilden spezielle Montessori-Schulen eine Alternative  zu  den  staatlichen  Schulen  und  heben  sich  von 
diesen in ihren Konzepten, Finanzierungen und Organisationsformen  ab.  Allerdings  gibt  es  in  manchen 
Bundesländern auch staatliche Montessori-Schulen.
Auf  der  Grundlage  langjähriger  Erfahrungen  sind wir beide sehr überzeugt von den hohen Qualitäten der
Montessori-Pädagogik.  Doch  können  diese  sich  nur dann wirklich entfalten, wenn von Anfang an kritisch
geprüft wird, ob das konkrete Kind und – nicht zu vergessen – die konkreten Eltern mit diesem pädagogischen
Weg und auch mit der jeweils vorhandenen Schule zusammenpassen. Wir halten nichts vom Überstülpen ir-
gendwelcher  Konzepte,  und  seien  diese  noch  so  gerühmt.  Dabei  geht  zu  leicht  der  individuelle  Mensch 
verloren mit all seinen Talenten, Wünschen, Interessen, Neigungen. Wir werden deshalb im Folgenden in vie-
len Beispielen von einzelnen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen berichten, von ihrem Weg durch das wei-
te Entwicklungsfeld, das sich »Schule« nennt.

Einleitung: Was uns beide, die Verfasser dieses Buches betrifft, so  befinden  wir  uns  im  tagtäglichen  Austausch  über Montessori-Themen sogar länger, als wir miteinander verheiratet  sind.  Und  das  macht  mittlerweile  auch 
schon mehr als 25 Jahre aus! Ingeborg war von 1978 bis 1994 an der Montessori-Schule der Aktion Sonnenschein in München tätig, die von Professor Hellbrügge als erste Montessori-Schule in Bayern  gegründet  wurde.  Sie  hat  dort  in  Integrations-klassen mit behinderten und nicht behinderten Kindern gearbeitet und war wesentlich am Aufbau der Sekundar-stufe beteiligt. Zu Beginn dieser Zeit hat sie den zweijährigen  AMI-Kurs  (Association  Montessori  Internationale)  belegt  und  das  Montessori-Diplom  erworben.  Von 1994 bis 2003 war sie Rektorin der Montessori-Schule Wertingen bei Augsburg. Auch hier widmete sie sich besonders  dem  Aufbau  der  Sekundarstufe  einschließlich 
des  von  ihr  selbst  politisch  miterkämpften  M-Zweigs, der zur mittleren Reife führt. Außerdem wurde in dieser
Zeit an der gesamten Schule die Altersmischung eingeführt.  Zugleich  war  sie  stets  auch  Klassenlehrerin  und 
somit voll in der täglichen Praxis aktiv.

Darüber  hinaus  gibt  Ingeborg  seit  vielen  Jahren Ausbildungskurse in Montessori-Pädagogik, hält Vor-
träge, bietet Supervision und Coaching für Schulen an. Dies findet meist im Rahmen des Montessori-Landes-
verbands Bayern statt, in dessen Vorstand sie seit 2000 ehrenamtlich mitarbeitet. Sie gehört zum Leitungsteam
der  Montessori-Bildungsakademie  (MoBil)  in  Bayern und ist Lehrbeauftragte an den Universitäten München
(LMU) und Augsburg. Ohne  dass  wir  uns  erst  dort  kennengelernt  hätten,  war Jürgen von 1979 bis 1986 in institutioneller Nähe Einleitung zu  Ingeborgs  damaliger  Schule  tätig,  nämlich  an  der  Ambulanz des Kinderzentrums München bei Professor Hellbrügge, wo die Montessori-Pädagogik einen wichtigen Platz einnimmt. Dort arbeitete er als Psychologe und  Psychotherapeut  vor  allem  mit  behinderten  Kindern  und  ihren  Familien.  Über  die  damals  erst  beginnende Psychotherapie mit diesem Personenkreis veröffentlichte er 1987 sein erstes Buch.

Ab 1986 übernahm er  die  Leitung  einer  Erziehungs-  und  Familienberatungsstelle in evangelisch-diakonischer Trägerschaft in München. Diese ist zuständig für ein Gebiet mit besonders  vielen  sozialen  Schwierigkeiten.  Hier  hat  er  seitdem viel mit Themen rund um die Schule zu tun. Das reicht von Diagnostik bis zu Hausaufgabendramen und
Schulverweigerern. Er konnte es ermöglichen, dass an seiner Beratungsstelle auch eine Montessori-Pädagogin
arbeitet, die sich vor allem der Förderung von bildungsmäßig  benachteiligten  Kindern  im  Kindergarten-  und 
Grundschulalter widmet. Ein ganz anderes Spezialthema entwickelte sich bei Jürgen seit Mitte der 80er-Jahre des 20. Jahrhunderts, nämlich  innerhalb  der  beratenden  und  psychotherapeutischen   Arbeit   die   Erforschung   von   seelischen Nachwirkungen der NS-Zeit.

Auch dies ist ein Thema, über das wir beide uns sehr im Austausch befinden. Ein wesentlicher  Hintergrund  war  unser  1982  erfolgter  Umzug von München nach Dachau. Von diesen Erfahrungen her haben wir uns immer wieder gefragt: Wie sähe  wohl  heute  die  Schullandschaft  in  Deutschland  aus, wenn es das NS-Reich nicht gegeben hätte, wenn
vielmehr die zahlreichen reformpädagogischen Ansätze sich  einigermaßen  ungestört  hätten  entwickeln  können?

Dass  man  sich  zwischen  den  Bereichen  von  Schule und Jugendhilfe (Erziehungsberatung ist Teil von Letz-
terer) so intensiv austauscht, wie wir beide das seit bald 30 Jahren tun, kommt nicht allzu häufig vor. Hier gibt
es noch viele Verständigungsbarrieren. Auch von daher war es uns wichtig, dieses Buch gemeinsam zu schrei-
ben.  Dabei  stehen  entsprechend  der  Thematik  Ingeborgs  Schulerfahrungen  im  Vordergrund,  doch  haben 
wir  alles  gemeinsam  durchdacht,  diskutiert,  hin  und  her  bewegt.  Unsere  Perspektiven  haben  sich  durchdrungen.

Die  zentralen  Arbeiten  am  Buch  haben  wir  beide nicht  in  unserem  eher  unruhigen  Alltag  erledigt,  son-
dern unter entspannteren Bedingungen in unserer zweiten Heimat, einem ligurischen Bergdorf mit seiner relativen  Abgeschiedenheit  und  großen  Ruhe,  doch  mit  freiem Blick auf die Weiten des Mittelmeers – auch so konnten wir uns der Urheberin der Montessori-Pädagogik nahe fühlen.